Sensibler Umgang mit kulturhistorischen Begräbnisstätten

Veröffentlicht am 09.12.2020 in Pressemitteilung

Mit großem Entsetzen hat die Fraktion der SPD erfahren, dass in Französisch Buchholz hugenottische Ehrengrabmäler aus dem 18. und 19. Jahrhundert durch Baumaßnahmen des Bezirksamtes zerstört wurden. Durch das beherzte Eingreifen der ansässigen Bevölkerung und das unmittelbare Aufgreifen des Themas im Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen der BVV Pankow wurde die weitere Zerstörung gestoppt und die noch vorhandenen Begräbnisstätten erhalten.

Unser Anspruch als Teil der Stadtgemeinschaft ist es, sensibel mit den kulturhistorischen Grabstätten umzugehen und diese für die Nachwelt zu erhalten. Denn die Bestattungs- und Friedhofskultur gehören zu unserer Geschichte, sie ermöglichen die Erinnerung an die Vielfalt unserer Stadt und sind identitätsstiftend. Deshalb haben wir in der Bezirksverordnetenversammlung Pankow beantragt, dass das Bezirksamt ab sofort beabsichtigte Umbaumaßnahmen oder Abrissarbeiten an kulturhistorisch oder ortsgeschichtlich wertvollen Gräbern und Begräbnisstätten im Vorfeld dem zuständigen Ausschuss der BVV vorzustellen hat und zugleich die Menschen vor Ort in geeigneter Form informiert werden.

Wir können nicht nachvollziehen, wie das Amt des grünen Bezirksstadtrates Vollrad Kuhn derartig unsensibel mit Kulturgütern umgeht und Abrissarbeiten ohne jegliche Einbindung der Bevölkerung in Gang setzen lässt. Unser Antrag soll nicht die Symptome des Vorgangs heilen, sondern den Ursprung. Dieser liegt in der Unverhältnismäßigkeit und Unsensibilität des Amtes. Mit voller Überzeugung unterstützen wir auch den Antrag der Bürgerinnen und Bürger zum Stopp dieses maßlosen Vorganges.

Dazu unser Bezirksverordneter und Ausschussvorsitzender für Stadtentwicklung und Grünanlagen Mike Szidat: „Friedhöfe und Gräber sind Teil unserer Erinnerungskultur. Die vom Bezirksamt durchgeführten Arbeiten auf dem Friedhof IX haben Teile der kulturellen Identität des Ortsteils Französisch Buchholz zerstört. Ohne die Initiative der ansässigen Bürgerinnen und Bürger wäre der Schaden noch größer geworden. Um derartig unsensibles Vorgehen des Amtes des grünen Bezirksstadtrates Vollrad Kuhn in Zukunft zu vermeiden, ist offensichtlich eine frühzeitige Beteiligung aller relevanten Personen sowie der BVV zwingend erforderlich."

 
 

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