Ein „Frauenviertel“ für Pankow

Veröffentlicht am 12.12.2012 in Bezirk

Die Straßen eines Viertel im Bezirk Pankow sollen nach Frauen benannt werden. Das jedenfalls sieht ein Antrag der SPD-Fraktion vor, der jetzt in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow beraten wird. Das Bezirksamt soll zunächst ein Viertel ermitteln, in dem überwiegend Nummernstraßen zu finden sind. Diese Straßen sollen dann nach Frauen benannt werden, die im Bezirk gelebt oder gearbeitet oder einen anderweitigen Bezug zum Kiez haben. Lokale Vereine, Initiativen und Einrichtungen wie der bezirkliche Frauenbeirat sollen in den Prozess miteinbezogen werden, ebenso wie die Anwohnerinnen und Anwohner des künftigen „Frauenviertels“.

Die SPD-Bezirksverordnete Sabine Röhrbein erklärt dazu: „In der vergangenen Wahlperiode haben wir uns ausführlich mit dem Verfahren zur Benennung von Straßen beschäftigt und schon damals betont, dass der Anteil an nach Frauen benannten Straßen, Plätzen und Orten erhöht werden soll. Dies sieht im übrigen auch die Ausführungsvorschrift zum Berliner Straßengesetz vor. Bisher hat es aber nur wenige solcher Initiative gegeben. Deshalb wollen wir nun diesen Weg gehen. Immerhin stellt die Benennung einer Straße nach einer Person eine der höchsten posthumen Ehrungen dar, die wir als Bezirk vornehmen können. Die Namen von Straßen und Plätzen sind das Gedächtnis einer Stadt, Um- und Neubenennungen bewahren wichtige Ereignisse und bedeutende Persönlichkeiten vor dem Vergessen. So ist das Straßenbild immer auch Ausdruck einer bestimmten Zeit. Vor diesem Hintergrund wird klar, warum auf den Straßenschildern auch unseres Bezirks vor allem Männernamen zu lesen sind. Erst in jüngster Zeit hat sich ein Bewusstsein für die Leistungen von Frauen entwickelt, die lange Zeit schlichtweg geleugnet worden sind. Es gibt eine Reihe von Pankowerinnen, die in Politik, Wissenschaft, Kultur, Sport und anderen gesellschaftlichen Bereichen Akzente gesetzt haben. Wir wollen mit unserem Antrag dazu einladen, ihr Leben und Wirken besser kennenzulernen und zu würdigen.“

 



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