Gedenken am 9. November

Veröffentlicht am 08.11.2008 in Ankündigung

Anlässlich des 70. Jahrestages des NS-Progroms vom 9. November 1938 haben Schülerinnen und Schüler der Kurt-Schwitters-Oberschule in Zusammenarbeit mit dem Museumsverbund Pankow einen Weg des Nachdenkens und Mitfühlens zwischen der Synagoge in der Rykestrasse und dem Denkzeichen für die Baruch-Auerbachschen Waisenanstalten in der Schönbhauser Allee 162 erstellt, der am Samstag, dem 9. November 2008, im Mittelpunkt der gemeinsamen Gedenkveranstaltung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) und des Bezirksamtes steht. Am Abend erinnert der Bezirk traditionell auf der Bösebrücke an den 9. November 1989.

BVV-Vorsteher Burkhard Kleinert und Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) sowie Vertreterinnen und Vertreter der BVV-Fraktionen - für die SPD die Fraktionsvorsitzende Sabine Röhrbein und Fraktionsgeschäftsführer Ronald Rüdiger - legen im Gedenken an die Pogrom-Nacht um 15 Uhr auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee an der Herbert-Baum-Straße und anschließend auf dem Jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee 23-25 Kränze nieder. Um 16 Uhr beginnt auf dem Hof der Synagoge Rykestraße der Weg des Erinnerns zum 70. Jahrestag des NS-Pogroms von 1938: Im Jahr 2000 schufen Schülerinnen und Schüler der Kurt-Schwitters-Oberschule ein Gedenkzeichen in Erinnerung an die Zöglinge der Baruch-Auerbachschen Waisenanstalten in der Schönhauser Allee 162. Spielzeuge aus hart gebranntem Ton waren auf der kleinen Mauer befestigt, an der Stelle, wo das Gebäude einst stand – so, als hätten die Kinder sie verloren, als sie im Oktober 1942 deportiert wurden. Die Installation wurde kurze Zeit später von unbekannten Tätern zerschlagen. Die Schülerinnen und Schüler wollten dies jedoch nicht hinnehmen, schufen im Jahr darauf neue Objekte und brachten eine Gedenktafel in der Tordurchfahrt des heutigen Gebäudes an. Anlässlich des Pogroms gegen die Berliner Juden 1938 haben sie gemeinsam mit dem Museumsverbund Pankow den Weg des Nachdenkens mit sechs Stationen vorbereitet, an denen sie mit künstlerischen Ausdrucksmitteln an die alltägliche Diskriminierung der Juden in Prenzlauer Berg und besonders an Ausgrenzung und Deportation zwischen 1933 und 1945 erinnern.

Das zweite Ereignis
An der Brücke „Bornholmer Straße“ öffnete sich in der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 erstmals seit dem 13. August 1961 die Mauer. Die Berliner kamen wieder zusammen. Dieses Ereignis ist seither für die Bürgermeister der angrenzenden Bezirke Anlass, sich am 9. November eines jeden Jahres in den Abendstunden auf der Bösebrücke zu treffen und mit den Berlinerinnen und Berlinern ins Gespräch zu kommen. Dieser Tradition folgend hat sich Pankows Bezirksbürgermeister Matthias Köhne mit seinem Amtskollegen aus Mitte, Dr. Christian Hanke (beide SPD), am Sonntag um 21 Uhr an der Bösebrücke verabredet. Wer möchte, ist eingeladen, sich anlässlich des Jahrestages des Mauerfalls ebenfalls an dem historischen Ort einzufinden.

 
 



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