BVV-Ausschüsse zu Gast im Interkulturellen Garten

Veröffentlicht am 02.07.2008 in Umwelt

Als grüne Oase zwischen zwei Häuserblöcken entsteht seit einiger Zeit in Französisch Buchholz an der Aubertstraße auf rund 2.000 Quadratmetern der Interkulturelle Garten. Von den insgesamt 20 geplanten Parzellen sind derzeit sieben verpachtet, auf denen Kartoffeln und Tomaten gezogen werden, Blumen blühen und Salat sprießt. Noch können die Aktiven also Mitstreiter gebrauchen, die sich der Idee des gemeinsamen Gärtnerns mit Menschen aus dem In- und Ausland verschreiben. Darüber und über weitere Probleme und Möglichkeiten informierten sich am 26. Juni bei einer Führung vor Ort die BVV-Ausschüsse für Gleichstellung und Integration sowie Umwelt und Natur.

Eine Kräuterspirale, der kleine Schulgarten der benachbarten Grundschule, ein Gerätehäuschen, ein Teich – in den vergangenen Monaten hat sich auf dem Areal einiges getan. Vor mittlerweile drei Jahren gründete sich im Rahmen der Lokalen Agenda die Arbeitsgruppe Interkultureller Garten Pankow, die nach langer Suche das ursprünglich für einen Kita-Neubau vorgesehene Gelände für sich entdeckte. Weil der Zuzug nach Französisch Buchholz stagnierte, wurde die neue Kita nicht mehr gebraucht. Der Bezirk wollte das Gelände schon abgeben, ging dann aber auf die Wünsche der Arbeitsgruppe ein. Der Bürgerhaus e.V. übernahm vorerst die Trägerschaft und der Bezirk stellte es nach längeren Verhandlungen für den geringen Pachtzins von jährlich 180 Euro zur Verfügung. Das Amt für Umwelt und Naturschutz (AUN) setzte zwei große Hügel auf den benachbarten Abenteuerspielplatz Franz B. um und lieferte Erde. Ortsansässige Firmen unterstützten das Projekt mit Pflanzen und Baumaterial und acht Frauen und Männer halfen den Gartennutzern im Rahmen einer sechsmonatigen Arbeitsfördermaßnahme unter Federführung des Baufachfrau Berlin e.V. Insbesondere stellten sie sich dem „Wasserproblem“: Wegen der dichten Bodenbeschaffenheit konnte nach starken Regenfällen das Wasser nicht ablaufen und bildete auf dem Areal eine „Seenplatte“. Deshalb wurden Abflussgräben, Vertikal- und Flächendrainagen angelegt, die zu einem Wasserauffangbecken ablaufen. Das hier bei Regen gesammelte Wasser kann dann später zur Gartenbewässerung genutzt werden. Außerdem wurde das Teichbecken im angelegten Feuchtbiotop mit einem Überlauf ausgestattet.

Im Ergebnis ist das Wasserproblem nur fast gelöst, denn während auf der einen Gartenhälfte der Drainagegraben das Regenwasser aufnimmt, bleibt das Wasser auf der anderen Hälfte weiter stehen. Ein BVV-Antrag, eingebracht vom Ausschuss für Gleichstellung und Integration, trug dem Bezirksamt im Frühjahr auf, die Betreiber des Interkulturellen Gartens bei der Lösung des Drainage-Problems zu unterstützen. Laut AUN ist Geschiebelehm mit geringer Durchlässigkeit dafür verantwortlich, dass das Regenwasser auf dem Grundstück nicht zügig abfließen kann. Um die Situation zu verbessern, wären zusätzliche Drainagen und der Anschluss an das bestehende Leitungsnetz erforderlich. Solch ein Anschluss aber würde 20.000 Euro kosten – Geld, das weder die Gartennutzer noch der Bezirk haben. Möglicherweise, so war bei der Besichtigung zu erfahren, könnten ein weiterer Drainagegraben und ein zweites Wasserauffangbecken helfen. Doch auch das können die Gartennutzer nicht ohne Hilfe leisten. So hoffen sie weiter, dass das Job-Center eine neuerliche Arbeitsfördermaßnahme bewilligt, hoffen weiter auf Fördermittel. Ein Antrag bei der Stiftung Interkultur, die schon einmal 3.000 Euro Sachmittel spendierte, ist bereits gestellt.

Die ersten Interkulturellen Gärten in Deutschland sind angelehnt an die New Yorker Community Gardens 1996 in Göttingen entstanden. Dabei werden auf bislang meist ungenutztem Gelände Gemüse, Kräuter, Obst und Blumen angebaut – von Menschen aus aller Herren Länder. Sie können über die Gartenarbeit ganz ungezwungen miteinander in Kontakt kommen, sich austauschen und kennenlernen. In Berlin sind seit 2002 inzwischen 15 Interkulturelle Gärten entstanden. Im Interkulturellen Garten Französisch Buchholz engagieren sich deutsche Familien gemeinsam mit Familien aus der Mongolei und Vietnam sowie einer deutsch-ghanesischen Familie. Wer sich für die Bewirtschaftung einer Parzelle interessiert, kann sich an den Trägerverein Bürgerhaus e.V., Schönholzer Straße 11 in 13187 Berlin-Pankow, Telefon: 499 05 83-0, Fax: -20, Email: info@buergerhaus-ev.de wenden.

 



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