Protest gegen Klinik-Aus

Veröffentlicht am 17.06.2008 in Bezirk

Auf ein Neues: Am 19. Juni um 11 Uhr wird die für Gesundheit zuständige Bezirksstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) der Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, Katrin Lompscher (Linke), eine Protestresolution der Bürgerinnen und Bürger gegen die Schließung des Vivantes-Klinikstandorts Prenzlauer Berg übergeben. Ein früherer Termin am 4. Juni war von der Senatorin kurzfristig abgesagt worden. „Ich weiß, dass dies wahrscheinlich an der Schließung nichts mehr ändern wird,“ konstatiert Zürn-Kasztantowicz, „aber die Prenzlauer Berger sollen wissen, dass sie von Frau Lompscher im Prinzip von Anfang an hinters Licht geführt wurden. Dies wird ganz schnell deutlich, wenn man sich die Ereignisse der letzten Monate vor Augen führt.“

Zunächst wurde zwar – wegen der öffentlichen Proteste – der erste Schließungsbeschluss der Klinik im Dezember 2007 zurückgenommen, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern „Gelegenheit zu geben“, eigene Vorschläge zu entwickeln. Es stellte sich jedoch sehr schnell heraus, dass die Vorgaben der Konzernleitung so eng gesetzt waren, dass am Ende nur die Schließung das Ergebnis sein konnte. Die Nähe der Standorte Prenzlauer Berg und Friedrichshain wurden ins Feld geführt. Aber: Auguste-Viktoria-Krankenhaus und Wenckebach-Klinikum liegen näher zusammen und bleiben dennoch bestehen. Schließlich wurden als ausschlaggebendes Argument die fehlenden Investitionsmittel genannt. Inzwischen sind die Investitionsmittel da – aber das Klinikum Prenzlauer Berg ist bei Frau Lompscher schon abgehakt. Wie schon vor Wochen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Krankenhauses sowie dem Bezirksamt und der BVV Pankow befürchtet, hat die Absetzbewegung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter längst begonnen. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, ehe auch das Gebäude in der Fröbelstrasse, so wie vorher schon der Gebäudeteil in der Danziger Strasse zum Verkauf angeboten wird.

Nachdem Bezirksamt und BVV bereits mehrfach ihren Protest gegen die Schließung des Vivantes-Klinikums bekundet hatten, starteten engagierte Bürgerinnen und Bürger eine Unterschriftenaktion, um bei der zuständigen Senatsverwaltung und namentlich bei Senatorin Lompscher gegen die Schließung zu protestieren. Mit mehr als 5.000 Unterschriften fordern die Einwohnerinnen und Einwohner des Bezirks, dass der Klinikstandort im Prenzlauer Berg erhalten bleibt und die medizinische Versorgungslandschaft nicht ausgedünnt wird. Entgegen den Erklärungen der Senatsverwaltung und der Vivantes-Geschäftsleitung befürchten sie eine gravierende Einbuße in der stationären medizinischen Versorgung. Und das scheint jetzt tatsächlich genau so zu geschehen.

 



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